Feindbilder bieten psychologische Entlastung. Wer einen äußeren Gegner hat, kann eigene Unsicherheiten und Spannungen auf ihn projizieren. Das stärkt das Gefühl von Zusammenhalt – aber es verhindert echte Auseinandersetzung mit den Ursachen von Konflikten.
Die Friedensforschung spricht hier von „externalisierter Aggression“. Studien wie „Enemy Images in Political Psychology“ (Cambridge, 2023) zeigen, dass Feindbilder oft stabiler sind als Fakten – weil sie emotionale Funktionen erfüllen.
In geopolitischen Konflikten – etwa zwischen den USA, Russland oder China – wird dieses Muster sichtbar: Jede Seite nutzt die Fehler der anderen, um das eigene Narrativ zu stützen. Differenzierung wird vermieden, Eskalation gefördert.


